Gänge und Menüteile
Die traditionelle italienische Menüfolge ordnet Speisen nach ihrer Rolle und nicht nach einer festen Portionsgröße. Auf einen Starter können ein erster und ein zweiter Hauptgang folgen; Beilage und Dessert ergänzen die Mahlzeit. Die Bezeichnungen auf der Karte helfen dabei, Umfang und Reihenfolge einer Bestellung einzuschätzen. Sie sind jedoch kein Pflichtprogramm: Auch in Italien lassen Gäste einzelne Gänge aus und wählen nur, worauf sie Appetit haben.
Antipasto, Primo, Secondo
Die traditionelle Reihenfolge beginnt mit dem Antipasto, führt über den Primo zum Secondo und beschreibt, welche Rolle die Speisen innerhalb der Mahlzeit haben. Die italienische Menüfolge ist damit erklärt, aber nicht vorgeschrieben: Sie können einen Gang bestellen oder mehrere kombinieren. In einem italienischen Menü Glossar stehen die Begriffe häufig nebeneinander, obwohl sie unterschiedliche Positionen bezeichnen.
| Reihenfolge | Begriff | Bedeutung | Typisches Beispiel |
|---|---|---|---|
| 1 | Antipasto | Vorspeise oder Starter | Bruschetta |
| 2 | Primo | Erster Hauptgang | Risotto alla milanese |
| 3 | Secondo | Zweiter Hauptgang | Bistecca |
Ein Antipasto eröffnet die Mahlzeit. Bruschetta ist ein einfaches Beispiel; auf einer Karte kann der Begriff ebenso für eine Auswahl verschiedener kleiner Vorspeisen stehen. Der Primo ist der erste Hauptgang und besteht typischerweise aus Pasta, Risotto oder Suppe. Ein Teller Risotto alla milanese zeigt, dass dieser Gang nicht zwingend ein Nudelgericht sein muss.
Der Secondo folgt als zweiter Hauptgang und bezeichnet üblicherweise ein Fleisch- oder Fischgericht, etwa eine Bistecca. Die Bezeichnungen sagen vor allem etwas über die Stellung des Gerichts in der Mahlzeit aus, nicht darüber, dass alle Positionen bestellt werden müssen. Wer eine kleinere Bestellung möchte, kann etwa nur einen Primo wählen oder Antipasto und Secondo kombinieren. So lässt sich die Auswahl auf den eigenen Appetit abstimmen, ohne die Begriffe auf der Speisekarte falsch zu lesen.
Contorno und Dolce
Ein Contorno ist eine Beilage, die traditionell separat bestellt wird. Sie begleitet meist den Secondo, ist aber nicht automatisch Bestandteil des Hauptgerichts. Eine insalata mista ist ein typisches Beispiel: Steht sie als Contorno auf der Karte, bestellen Sie sie zusätzlich zum gewählten Gang. Das Wort bezeichnet somit die Rolle als Beilage und nicht eine weitere Position zwischen Primo und Secondo.
Dolce bedeutet Dessert und steht üblicherweise am Ende der Mahlzeit. Tiramisù ist ein bekanntes Beispiel für ein Dolce; es folgt auf die herzhaften Gänge, sofern Sie noch ein Dessert möchten. Die Begriffe helfen, eine Bestellung genau zusammenzustellen: Ein Secondo mit Contorno ergibt Hauptgericht und Beilage, während ein Dolce den süßen Abschluss bildet. Keiner dieser Teile muss bestellt werden, wenn Sie die Mahlzeit kürzer halten möchten.
Coperto und Servizio
Coperto bezeichnet in Italien ein Gedeck, das pro Person berechnet wird. Es ist keine Bezeichnung für ein einzelnes bestelltes Gericht, sondern ein eigener Kostenpunkt, der mit dem Platz am Tisch verbunden ist. In Deutschland ist ein Coperto selten; der Begriff begegnet Ihnen vor allem bei einem Restaurantbesuch in Italien. Die Höhe kann je nach Lokal unterschiedlich sein und sollte deshalb der Speisekarte entnommen werden.
Servizio bedeutet Servicegebühr. Damit ist eine Gebühr für den Service gemeint, während Coperto das pro Person berechnete Gedeck bezeichnet. Beide Begriffe sind also nicht austauschbar und können auf einer Rechnung unterschiedliche Positionen markieren. Prüfen Sie vor dem Bestellen die Angaben auf der Karte und fragen Sie bei Unklarheit kurz nach, ob Coperto oder Servizio berechnet wird. So wissen Sie, welche Kosten zusätzlich zu den gewählten Speisen anfallen.
Zubereitungsarten
Auf einer italienischen Speisekarte verraten Zubereitungsangaben, ob ein Gericht gebacken, gegrillt, frittiert oder roh serviert wird. Andere Ausdrücke beschreiben, ob etwas gefüllt ist oder in einer bestimmten Soße kommt. Die Begriffe geben damit Hinweise auf Garweise, Konsistenz und Zusammensetzung, noch bevor das Gericht auf dem Tisch steht. Wer sie kennt, kann italienische Gerichte auf der Speisekarte gezielter auswählen und Beschreibungen besser einordnen.
Ofen, Grill und Pfanne
Die Zubereitungsangabe beschreibt, wie ein Gericht gegart wird und welche Textur Sie erwarten können. Besonders häufig begegnen Ihnen diese italienischen Speisekarte-Begriffe bei Fleisch, Fisch und Gemüse.
- Al forno bedeutet „aus dem Ofen“: Lasagne al forno wird im Ofen gebacken; die Schichten verbinden sich, während die Oberfläche leicht bräunen kann.
- Alla griglia heißt „gegrillt“: Eine bistecca alla griglia erhält direkte Hitze und eine gebräunte Außenseite; innen bleibt sie je nach Gargrad saftiger oder fester.
- Fritto bedeutet „frittiert“: Calamari fritti werden in heißem Fett ausgebacken; die Hülle wird knusprig, während das Innere bei kurzer Garzeit zart bleibt.
- Brasato heißt „geschmort“: Brasato al Barolo gart langsam in Flüssigkeit bei geringer Hitze; das Fleisch wird weich und lässt sich leicht zerteilen.
- In umido bedeutet „in Soße geschmort“: Seppie in umido garen bedeckt in einer würzigen Flüssigkeit; die Methode ergibt eine saftige, löffelbare Konsistenz.
- Crudo heißt „roh“: Carpaccio di manzo besteht aus dünn aufgeschnittenem rohem Rindfleisch; die Angabe signalisiert, dass keine Garhitze angewendet wurde.
- Gratinato bedeutet „überbacken“: Cozze gratinate kommen mit einer gebräunten Kruste aus dem Ofen; die Oberfläche ist knuspriger als das darunterliegende Muschelfleisch.
Der Ausdruck sagt nicht immer alles über Würzung oder Beilagen aus, aber er macht die grundlegende Zubereitung erkennbar. Für eine knusprige Oberfläche suchen Sie nach „fritto“ oder „gratinato“, für langsam gegartes, zartes Fleisch nach „brasato“.
Soße und Füllung
Weitere Beschreibungen erklären, ob eine Speise gefüllt, ohne Tomatensoße oder mit einer bestimmten Soße zubereitet ist. Bei einigen Gerichten bezeichnet der Ausdruck zugleich eine typische Zubereitungsweise oder Zusammensetzung.
- Ripieno bedeutet „gefüllt“: Ravioli ripieni enthalten eine Füllung, zum Beispiel aus Ricotta und Spinat; der Begriff beschreibt den Inhalt im Teig, nicht die Soße dazu.
- In bianco heißt „ohne Tomatensoße“: Pasta in bianco wird beispielsweise mit Butter und Salbei serviert; die Bezeichnung sagt aus, dass Tomate nicht die Grundlage der Soße ist.
- Alla milanese bedeutet „nach Mailänder Art“ und steht bei cotoletta alla milanese für ein paniertes, gebratenes Schnitzel; die Angabe verweist auf die Zubereitung.
- Alla parmigiana bezeichnet ein Gericht aus Aubergine, Tomate und Käse, etwa melanzane alla parmigiana; der Ausdruck bedeutet nicht einfach „mit Parmesan“, sondern benennt diese Kombination und Schichtung.
- Al sugo heißt „mit Soße“: Gnocchi al sugo werden mit einer Soße serviert, häufig auf Tomatenbasis; der Ausdruck benennt die Begleitung, nicht eine bestimmte Gartechnik.
Unterscheiden Sie daher zwischen Füllung, Soßenangabe und Bezeichnung einer Zubereitungsart: „ripieno“ beschreibt das Innere, „al sugo“ die Begleitung. Wenn Sie eine klare Vorstellung vom Teller möchten, achten Sie zuerst auf diese Angaben und wählen Sie danach nach der genannten Garweise.
Zutaten
Zutatenbezeichnungen verraten, ob ein Gericht etwa Schinken, Kalbfleisch, Muscheln oder einen bestimmten Käse enthält. Italienische Namen unterscheiden häufig genau zwischen Schnitt, Tierart und Reifegrad. Auch Gemüse steht oft mit seiner italienischen Bezeichnung auf der Karte. Wer diese Wörter erkennt, kann Geschmack und Zusammensetzung eines Gerichts besser einschätzen.
Fleisch, Wurst und Fisch
Bei Schinken und Wurst bezeichnet der italienische Name oft eine bestimmte Herstellung oder einen charakteristischen Geschmack. Bei den Meeresfrüchten helfen die Begriffe, Muscheln von Krebstieren und Tintenfischen zu unterscheiden.
- Prosciutto crudo ist rohgepökelter, luftgetrockneter Schinken, meist dünn geschnitten und würzig; prosciutto cotto ist dagegen gekochter Schinken, milder und saftiger.
- Pancetta bedeutet Bauchspeck vom Schwein und bringt einen herzhaften, fetten Geschmack mit; guanciale wird aus der Schweinebacke hergestellt und schmeckt kräftig.
- Mortadella ist eine gegarte, milde Wurst mit sichtbaren Fettstücken; salame piccante bezeichnet eine würzige, meist mit Chili abgeschmeckte Salami.
- Vitello heißt Kalbfleisch und hat einen milden Geschmack; cotoletta ist ein Schnitzel beziehungsweise ein dünnes Stück Fleisch, das so auf der Karte benannt wird.
- Vongole sind kleine Muscheln mit feinem, salzigem Aroma; cozze sind Miesmuscheln, die kräftiger schmecken und häufig in der Schale serviert werden.
- Gamberi sind Garnelen oder größere Krustentiere mit leicht süßlichem Fleisch; calamari sind Tintenfische mit mildem Geschmack und festem, teils leicht zähem Biss.
Die Bezeichnungen unterscheiden damit nicht nur Fleisch- und Meerestierarten, sondern auch konkrete Stücke wie Bauch und Backe sowie gekochte und luftgetrocknete Wurstwaren. Besonders bei Schinken gibt crudo oder cotto einen klaren Hinweis auf die Art des Produkts.
Käse und Gemüse
Auf italienischen Karten stehen Käse und Gemüse häufig unter ihren italienischen Namen. Bei Käse ist vor allem der Unterschied zwischen frischer, feuchter Textur und gereiftem, intensiverem Geschmack hilfreich.
- Mozzarella ist ein frischer, milder Käse mit feuchter, elastischer Textur; burrata besteht außen aus Mozzarella und hat ein cremiges Inneres.
- Ricotta ist ein milder, weicher Frischkäse, der auch für Füllungen verwendet wird; pecorino ist ein meist gereifter Schafskäse mit salzig-würzigem Geschmack.
- Gorgonzola ist ein Blauschimmelkäse mit kräftiger Würze; provolone ist ein festerer Käse, der je nach Reife mild oder deutlich kräftiger schmecken kann.
- Melanzane sind Auberginen mit mildem, leicht erdigem Geschmack; zucchine bezeichnet Zucchini, deren Aroma zart und zurückhaltend ist.
- Carciofi sind Artischocken mit leicht bitterer, erdiger Note; funghi porcini bedeutet Steinpilze, die für ihr kräftiges, nussiges Aroma bekannt sind.
Mozzarella und Ricotta gehören zu den frischen Käsen, während Pecorino gereift und dadurch würziger ist. Bei Provolone hängt die Intensität ausdrücklich vom Reifegrad ab.
Für die Orientierung auf der Karte gilt: Käsenamen zeigen oft Textur und Würze, während Gemüsebegriffe die Hauptzutat des Gerichts benennen.
Getränke und Kaffee
Auf einer italienischen Getränkekarte stehen oft kurze Bezeichnungen, die Getränketyp oder Zubereitung angeben. Beim Kaffee lohnt sich der Blick auf Zusätze wie „macchiato“ oder „corretto“, denn sie verändern, was in der Tasse ist. Wasser, Getränke vor dem Essen und Digestivi nach dem Essen bilden weitere typische Einträge. Wer diese Begriffe kennt, kann die Auswahl auf der Karte leichter einordnen.
Caffè
„Caffè“ bezeichnet im italienischen Alltag meist einen Espresso: eine kleine, kräftige Kaffeemenge, die in einer kleinen Tasse serviert wird. Der Begriff meint also nicht automatisch eine große Tasse Filterkaffee. Steht „espresso“ ausdrücklich auf der Karte, ist ebenfalls ein kurzer, konzentrierter Kaffee gemeint. Die genaue Menge kann je nach Betrieb variieren; entscheidend für das Verständnis der Bezeichnung sind die kleine Portion und der intensive Charakter.
Ein „caffè macchiato“ ist ein Espresso, dem etwas Milchschaum zugesetzt wird. „Macchiato“ bedeutet hier, dass der Kaffee mit Milch markiert ist; es handelt sich nicht um ein Getränk mit demselben Milchanteil wie ein Cappuccino. Ein Cappuccino besteht aus Kaffee, Milch und Milchschaum und wird traditionell am Morgen getrunken. Auf der Karte hilft der Name dabei, zwischen einem kurzen Kaffee mit wenig Schaum und einer stärker mit Milch geprägten Tasse zu unterscheiden.
Beim „caffè corretto“ kommt ein Schuss Spirituose in den Espresso. „Corretto“ heißt wörtlich etwa „korrigiert“ oder „verfeinert“ und bezeichnet diese Ergänzung, nicht eine andere Kaffeebohne oder Röstung. Spirituosenhaltige Kaffeegetränke sind ausschließlich für Erwachsene bestimmt. Die Begriffe geben somit vor allem Auskunft über Portionsart und Zusätze: Espresso bleibt klein und kräftig, macchiato erhält etwas Schaum, und corretto enthält Spirituose.
Wasser, Aperitivo und Digestivo
Bei Wasser unterscheiden italienische Karten vor allem zwischen „acqua naturale“ und „acqua frizzante“. „Acqua naturale“ bedeutet stilles Wasser, während „frizzante“ kohlensäurehaltiges Wasser bezeichnet. Die Wörter beziehen sich auf den Kohlensäuregehalt, nicht auf eine bestimmte Temperatur oder eine Geschmacksrichtung. Mit diesen Bezeichnungen lässt sich die gewünschte Wasserart auf der Karte erkennen, ohne eine Marke vorauszusetzen.
Ein „aperitivo“ ist ein Getränk, das vor dem Essen serviert wird. Der Begriff beschreibt vor allem den Zeitpunkt und die Rolle des Getränks im Ablauf; er legt nicht fest, dass es zwingend alkoholhaltig sein muss. Ob ein konkreter Eintrag Alkohol enthält, ergibt sich aus seiner jeweiligen Bezeichnung und Beschreibung. Alkoholische Getränke sind ausschließlich für Erwachsene bestimmt; diese Einordnung ist keine Trinkempfehlung.
„Digestivo“ bezeichnet ein Getränk, das traditionell nach dem Essen serviert wird. Zu den bekannten Beispielen zählen Amaro, Grappa und Limoncello: Amaro ist ein bitterer Kräuterlikör, Grappa ein Destillat aus den festen Rückständen der Weinherstellung, und Limoncello ein Zitronenlikör. Diese drei Digestivi enthalten Alkohol und sind ausschließlich für Erwachsene bestimmt. Die Namen zeigen auf der Karte, dass es sich um unterschiedliche Getränketypen handelt, auch wenn sie alle nach dem Essen eingeordnet werden. Für die schnelle Orientierung genügt die Unterscheidung: „naturale“ ist still, „frizzante“ sprudelnd, „aperitivo“ gehört zeitlich vor und „digestivo“ traditionell nach dem Essen.